Mittwoch, 26 Januar 2011 00:00

Welche Welt ist die Beste?

geschrieben von  Petra Schmidt

welt

Eine seit einiger Zeit immer populärer werdende Methode zur Wissenvermittlung, bei der das Klientel interaktiv und kommunikativ zusammenarbeitet, ist das Planspiel. Die Universität zu Köln und die Bundeszentrale für politische Bildung haben drei unabhängige aber kombinierbare Planspiele zur Entwicklung demokratischer Bildungsprozesse ins Leben gerufen. Im Ganzen nennt sich das Planspieltrio „Die beste aller Welten" und besteht aus den Elementen Inselwelt, Lebenswelt und Wissenswelt. Sie sind speziell für Jugendliche aus bildungsfernen Milieus konzipiert, die nur geringe sprachliche oder inhaltliche Vorkenntnisse haben. Dazu werden die Alltagserfahrungen der Jugendlichen und bekannte Medienformate genutzt. Im folgenden, werden Inhalte und Methoden kurz des Planspiels vorgestellt.


„Inselwelt" ist ein erlebnispädagogisch orientiertes Planspiel, das politische Prozesse auf nationale Ebene vermitteln will. Die Teilnehmer werden zu Schauspielern einer Reality-Show, die auf einer Vulkaninsel ihr alltägliches Leben organisieren müssen. Dazu gehört allgemein verbindliche Regeln zu finden, aber auch welche Verfassung und Herrschaftsform sich durchsetzt. Das von einer Gruppe der Teilnehmer gebildete Medienteam kann über die Gestaltung der Show entscheiden und so den Verlauf beeinflussen, z.B. wie wird mit plötzlicher Nahrungsmittel-knappheit umgegangen? Diese Probleme und die große Entscheidung am Ende der Reality-Show, wie die Insel aufgrund der zunehmenden Gefahr des Vulkans verlassen werden soll, dienen der Vermittlung von Prozessen der zielgerichteten Kommunikation und Entscheidungsfindung in einer Gesellschaft.

Bei „Lebenswelt" geht es um Partizipation auf kommunaler Ebene. Die Teilnehmer schlüpfen in die Rollen von Einwohnern, Kommunalpolitikern und der Kommunalverwaltung einer Stadt, in der die Einrichtung eines Jugendzemtrums verhandelt wird. Hierbei soll den Jugendlichen aufgezeigt werden, wie sie ihre Interessen politisch artikulieren und demokratisch umsetzen können. Widerum agiert Teil der Teilnehmer als Medienteam, das für den Regionalsender „Rüsseldorf TV" berichtet. Dadurch werden die Funktionen der Medien, besonders auf kommunaler Ebene, verdeutlicht und von den Jugendlichen selbst erlebt.

Die „Wissenswelt" spielt auf einer kognitiven Ebene, auf der die Kenntnis über politische Grundlagen wiederholt und gefestigt wird. Nach dem bekannten Format von Quizsendungen gestalten die Teilnehmer als Produzenten ihre eigene Show „Wie werde ich Bundeskanzler", deren Fragen ausschließlich aus politischen Inhalten bestehen. Die Jugendlichen spielem dabei nicht um Geldbeträge, sondern um den Aufstieg auf der politischen Karriereleiter. Und wo bei anderen Shows das Ziel die Million ist, ist es hier das Amt des Bundeskanzlers zu errichen.

Bei „Die beste aller Welten" steht sehr deutlich das Miteinander im Vordergrund. Die Interaktion mit Gleichaltrigen in einer angenehmen Atmosphäre soll den oft deprimierten und resignierenden Jugendlichen ein gutes Gefühl. Die Rolle der Medien, unter anderem als wichtiges Element bei der Meinungsbildung, wird bewusst gemacht und der Umgang mit ihnen reflektiert. Das Planspieltrio erfasst einen Großteil elementarer politischer Grundlagen, durch deren Erlernen die Jugendlichen ermutigt werden sollen, selbst aktiv zu werden und an Politik teilzuhaben.

Den Internetauftritt des Planspiels finden Sie hier

Gelesen 1412 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 23 Oktober 2014 23:13
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