Dienstag, 17 Februar 2015 14:00

mehrWERT Demokratie : Demokratie am Lernort Schullandheim (er)leben – Ein Projekt des Wertebündnis Bayern

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„Gerade junge Menschen wollen wertschätzende, verlässliche Beziehungspartner, klare Vorbilder sowie Experimentierräume für die Gestaltung ihres Lebens. Sie nehmen dabei Werte als Orientierungspunkte auf, die den Zusammenhalt festigen, Freiheit und Demokratie stützen und die Verantwortung für das Gemeinwohl stärken“ (Wertebündnispapier, S. 3)

 

Das Wertebündnis Bayern hat sich die Wertebildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum Ziel gesetzt. Eine Demokratie braucht mündige und Wertkompetente BürgerInnen, welche die Ordnung in der sie leben anerkennen und an ihr partizipieren, sie mittragen und verteidigen – denn um ihr Fortbestehen zu sichern braucht es jeden Einzelnen der sich im Rahmen seiner Möglichkeiten der Teilhabe dafür einsetzt einen demokratischen Staat mit zu gestalten.

Seit 2010 haben der Träger (Bayerisches Schullandheimwerk) und seine Projektpartner (Bayerischer Landtag, Bayerische Staatsregierung, Bayerische Sparkassenstiftung, Bayerischer Realschullehrerverband, Bund der Vertriebenen [BdV] Bayern, Deutscher Kinderschutzbund [LV Bayern], Jugendfeuerwehr Bayern, Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern, Landeselternverband Bayerischer Realschulen und Shalom Europe) die Weichen für das Vorhaben gestellt. Durch Beratung und Evaluation waren des Weiteren die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) und das Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) der Ludwig-Maximilian-Universität München an Entwicklung und Realisierung des Projektes beteiligt. Zwischen 2011 und 2013 fanden insgesamt 18 einwöchige Schullandheimkurse an den Schullandheimstandorten Bauersberg, Bliensbach, Gleißenberg, Leinach, Riedenburg, Steinbach a.W., Vorra, Waldkraiburg und Wartaweil statt. Zielgruppe dieser Kurse waren Schüler und Schülerinnen ab 8 Jahren, aller Schularten.

 

Die Grundidee hinter dem Projekt „mehrWERT Demokratie“ ist es Schullandheime als Experimentierräume zur Stärkung von Zusammenhalt und Demokratie heranzuziehen und nutzbar zu machen. Die SchülerInnen sollen im Rahmen der einwöchigen Schullandheimkurse eine Gelegenheit bekommen sich mit den Errungenschaften der Demokratie (Beispielsweise: Meinungsfreiheit, freie Wahlen und soziale Absicherung) bewusst auseinander zu setzen und gemeinsam mit Projektbeteiligten, ihren LehrerInnen und Klassenkameraden in einen Dialog treten. Der Ort Schullandheim scheint hier sehr gut geeignet, denn zum einen kann die verfügbare Zeit flexibler als im klassischen Unterricht gestaltet werden, Fächerübergreifendes Lernen kann ermöglicht werden, eine ruhige Lage garantiert ein konzentriertes Arbeiten ohne externe Störfaktoren und das Zusammenleben bzw. –arbeiten zeichnet sich durch gemeinsam erarbeitete Aufgaben und Regeln, die einen großen Raum für Mitwirkung und Mitgestaltung durch die Schüler und Schülerinnen offen lassen, aus.

 

Zur Verfügungen stehen je nach Standort unterschiedliche Wochenkursthemen, die sich auch am Alter ihrer Zielgruppen orientieren:

·      Zukunftswerkstatt Schule, Jahrgangsstufen 2-4 (Schullandheim Steinbach am Wald)

·      Kinder machen Schule, Jahrgangsstufen 2-5 (Schullandheim Leinach)

·      Engagement selbst gemacht, ab Jahrgangsstufe 8 (Schullandheim Riedenburg)

·      Kommunalpolitik zum Anfassen, ab Jahrgangsstufe 8 (Schullandheim Bliensbach)

·      Kommunalpolitik – Demokratie vor Ort, ab Jahrgangsstufe 11 (Schullandheim Bauersberg)

·      Bürger in Bayern – Vielfalt und Partizipation, ab Jahrgangsstufe 8 (Schullandheim Wartaweil)

·      Gemeinsam in Europa, ab Jahrgangsstufe 10 (Schullandheim Gleißenberg)

·      Demokratie und Extremismus, ab Jahrgangsstufe 10 (Schullandheim Vorra)

·      Zeitgeschichte, ab Jahrgangsstufe 9 (Schullandheim Waldkraiburg)

 

Die Evaluationsergebnisse machen darauf aufmerksam, dass das Projekt „mehrWERT Demokratie“ einen Ansatz darstellt, der ein umfassendes Potenzial birgt, um den Wert der Demokratie zu stärken und für Jugendliche zu konkretisieren.

Ein abschließendes Zitat, welches dieses Potenzial verdeutlich: „Es gab mehrere Gruppen am Anfang der Woche, die sich innerhalb der zwei Klassen gebildet haben. Dann hatten wir so viel gemeinsam in unterschiedlichen Gruppen zu tun, damit haben wir komplett andere Einstellungen gegenüber den anderen bekommen. Schließlich ist daraus eine große Gruppe geworden“ (Schüleraussage).

 

Gelesen 2278 mal Letzte Änderung am Dienstag, 17 Februar 2015 14:16
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